Kriminalität seit 2015: Was die Zahlen wirklich hergeben und was nicht
Wie viele Sexualdelikte, Gewaltverbrechen und Tötungsdelikte gehen seit 2015 auf das Konto von Zuwanderern und wie viele auf das Konto von Deutschen? Diese Frage klingt einfach die Antwort ist es nicht. Der Artikel zeigt, was die offiziellen Statistiken leisten können und wo ihre Grenzen liegen.
Wie das BKA Kriminalität erfasst
Die zentrale Quelle für Kriminalitätszahlen in Deutschland ist die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) und das BKA‑Lagebild „Kriminalität im Kontext von Zuwanderung“. Dort werden jedes Jahr Tatverdächtige und Delikte erfasst unter anderem Sexualdelikte, Gewaltkriminalität und Tötungsdelikte.
Wichtig: Die PKS unterscheidet vor allem zwischen deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen. Das Zuwanderungs‑Lagebild betrachtet tatverdächtige Zuwanderer als eigene Gruppe. Eine einfache Gesamtsumme „seit 2015“ über alle Jahre und Deliktsarten wird jedoch nicht fertig bereitgestellt.
Tatverdächtige Zuwanderer: Anteil an allen Tatverdächtigen
Aus den BKA‑Lagebildern lässt sich klar ablesen: Zuwanderer machen einen einstelligen Prozentanteil an allen Tatverdächtigen aus. So lag der Anteil tatverdächtiger Zuwanderer in den letzten Jahren etwa zwischen 7 % und 9 % aller registrierten Tatverdächtigen. Die große Mehrheit der Straftaten wird also nicht von Zuwanderern begangen.
Gleichzeitig zeigen die Lagebilder, dass es unter Zuwanderern auch schwere Delikte gibt darunter Sexualdelikte, Gewaltverbrechen und vereinzelt Tötungsdelikte. Diese werden erfasst und verfolgt, aber sie bilden nur einen Teil der Gesamtkriminalität.
Warum es keine einfache Gesamtzahl „seit 2015“ gibt
Die Frage nach einer einzigen Zahl „Wie viele Sexualdelikte, Gewaltverbrechen und Tötungsdelikte von Zuwanderern seit 2015?“ scheitert an der Struktur der Statistik. Die Daten liegen jahrweise in einzelnen Berichten vor, getrennt nach Deliktsgruppen und Tatverdächtigenstatus. Um eine exakte Gesamtsumme zu bilden, müsste man alle Berichte von 2015 bis heute manuell auswerten und addieren.
Seriös ist deshalb nur zu sagen: Es gibt nachweisbare schwere Straftaten durch Zuwanderer, ihr Anteil an allen Tatverdächtigen liegt im einstelligen Prozentbereich, und die Mehrheit der Kriminalität wird von anderen Gruppen begangen. Eine einfache, fertige Gesamtzahl „seit 2015“ existiert in den offiziellen Statistiken nicht.
Gefühl vs. Statistik
Viele Menschen haben den Eindruck, Zuwanderer seien für einen großen Teil der schweren Kriminalität verantwortlich. Medienberichte über einzelne Fälle verstärken dieses Gefühl. Die Statistik zeigt jedoch ein differenzierteres Bild: Zuwanderer sind sichtbar, aber nicht dominant in den Zahlen zu Gewalt und Sexualdelikten.
Wer die Lagebilder und PKS‑Tabellen selbst liest, erkennt schnell: Die Realität ist komplexer als einfache Schlagzeilen. Kriminalität ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und lässt sich nicht ehrlich auf eine einzige Gruppe reduzieren.